Rezension: Offene Gärten in der Uckermark (Rengert/Markgraf)

Hier rezensiere ich eine Art Bildband mit textlichen Erläuterungen, der im Zuge der „Offene Gärten“ Bewegung entstanden ist.

Titel: Offene Gärten in der Uckermark
Autoren: Bernhardt Rengert / Ines Markgraf
Verlag: steffen Verlag
Seiten: 166
ISBN: 978-3-942477-36-9
Preis: 24,95 €

Inhalt

In den letzten Jahren entwickelte sich eine Bewegung, die in den Tagen der Offenen Gärten ihren nach außen sichtbaren Niederschlag fand. Privatgärten, Parkanlagen und andere Einrichtungen mit etwas „Grün“ hintendran laden dann zur Einkehr ein, wobei es mittlerweile nicht mehr nur um das reine Besichtigen oder Fachsimpeln unter Pflanzenfreunden geht. Aber das ist ein anderes Thema.

Auch in der Uckermark beteiligen sich viele Gärten an dieser Veranstaltung. 20 davon werden in der hier vorliegenden Publikation mit Bildern und Text vorgestellt. Dazu gibt es ein kurzes Vorwort und einen Anhang mit Karte, Quellen und Verweisen zu weiteren Gärten/Gärtnereien, Literaturtips sowie kurze Infos über die Autoren.
Kommen wir kurz auf die Autoren Rengert/Markgraf zurück, die als Ehepaar für dieses Buch verantwortlich zeichnen. Er ein gebürtiger Uckermärker und Bürgermeister von Boitzenburger Land, sie zugezogene Brandenburgerin. Ob es eine klar zu trennende Arbeitsteilung gab, lässt sich nicht genau sagen, aber laut Bildnachweisen entstammen fast alle Photos der Gärten von Ines Markgraf.

Buchcover Offene Gärten in der Uckermark

Offene Gärten in der Uckermark
steffen Verlag

Ich möchte auch gleich näher auf die Bilder und ihre Qualität eingehen. Sie sind weitaus besser als erwartet, denn oft hat man es bei solchen Lokalveröffentlichungen mit eher durchschnittlichen Abbildungen zu tun. Bei der Motivwahl und den Perspektiven oder Ausschnitten bin ich hin und wieder nicht zufrieden, auch wünsche ich Frau Markgraf manchmal diverse Polarisationsfilter oder ein besseres Gespür für Tiefenschärfe und zu verhindernde Überstrahlungen, aber insgesamt sind die Bilder recht ordentlich und so manche Details sowie alle Poträtbilder der Gartenbesitzer sind hervorragend. So sympathisch wirkende Gärtner habe ich selten abgelichtet gesehen.
Hin und wieder sind auch wieder Pflanzenkombinationen oder gartenbauliche Lösungen und Situationen bebildert, was den Hobbygärtner mehr interessieren wird als so manche Abbildung einer Skulptur/Gartenkunst.
Der Band ist ja im Jahre 2013 erschienen, als in Prenzlau die Landesgartenschau abgehalten wurde (die sich natürlich auch in diesem Buch findet). Ich kann mir zwar schwer vorstellen, dass die Autoren am Tag der Offenen Gärten über 20 Gärten quer über die Uckermark verteilt besucht haben – die Uckermark ist immerhin größer als das Saarland – aber selbst wenn sie zu Sonderterminen angereist sind, haben sie stets auf entsprechendes Wetter geachtet. Es sind immer Sonnentage, was die Farben auf den Bildern besonders zur Geltung bringt.

Die Texte lesen sich flüssig und man merkt den Autoren an, dass sie sich für die Gärten und deren Besitzer sowie den Geschichten dahinter wirklich interessieren. Kein kaltes Beschreiben oder Runterbeten von Fakten sondern Wiedergabe von Gesehenem/Erlebtem und aufmerksame Schilderungen selbst unscheinbar wirkender Details.

Die Empfehlungen und Tips am Ende eines jeden Textes („Reisetipp des Gärtners“) irritieren etwas. Unter Geöffneter Garten stehen die Lage- und Kontaktdaten des eben Vorgestellten, während bei Sehenswertes in der Nähe oder Wo lässt es sich gut essen und trinken? andere Locations vorgestellt werden. Bei den weiteren Tips den eigenen Garten nochmal aufzählen?! Das erscheint nicht logisch. Das könnte man besser lösen, indem man beispielsweise an den Anfang des Textes ein Erkennungsbild sowie eine Lagekarte mit Anschrift setzt.

Gestaltung und Layout

Das Buch hat fast quadratische Abmessungen und ist für einen reinen Bildband etwas zu klein aber dadurch auch handlicher. Schriften und Überschriftfarben erinnern mich manchmal an die Kochbücher aus dem Zabert und Sandmann Verlag. Der verwendete Textfont (Serifenschrift mit ausgeprägter Mittellänge) ist sehr gut lesbar, auch wenn etwas zu wuchtig geraten, die serifenlosen Zwischenüberschriften (die eine leichtere Variante der Hauptüberschriften zu sein scheinen) gefallen mir gar nicht. Ansonsten sind die Texte zweispaltig, wobei es am Rande noch eine Viertelspalte für Zusatzinfos gibt.
Bildplatzierung und -größe sind oft gut gewählt und stimmig, wobei ich mir manchmal größere Formate gewünscht hätte und dafür Verzicht auf das ein oder andere Motiv. Wenn es Bilder gibt, die sich bei fehlender Viertelspalte ganz nach außen schieben, wäre etwas Abstand zum Außenrad nicht schlecht.
Es wurde ein schweres, weißes Hochglanzpapier verwendet, was die ganze Publikation noch einmal aufwertet. Gedruckt wurde in der Region (Friedland), was bei mir einen zusätzlichen Pluspunkt gibt.

Preis und Fazit

Momentan ist „Offene Gärten in der Uckermark“ neu für 24,95 € entweder beim steffen Verlag direkt oder über Amazon zu beziehen.
Der Preis geht bei der guten Qualität in Ordnung. Da diese Veröffentlichung einen starken regionalen Bezug hat, kann ich mir das Buch nur als Geschenk für jemanden vorstellen, der Uckermärker und zudem ein Garten- bzw. Pflanzenliebhaber ist.

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