Rezension: „Traumwege mit Hund – Die Uckermark“

Meine Rezension zum Wanderbuch „Traumwege mit Hund – Die Uckermark“ von Günther Kessen.

Hier haben wir es mit einer Veröffentlichung zu tun, die so ganz anders ist, als was bisher hier besprochen wurde. Ein Reiseführer der sich dem Thema Wandern mit Hund annimmt.

Inhalt

Autor ist Günther Kessen, der das Buch in Eigenregie vertreibt. Bisher in der Reihe Traumwege erschienen: Die Eifel, die Nordsee, der Schwarzwald und jetzt eben auch die Uckermark.

Der Titel des Buches weckt Erwartungen, die meiner Ansicht nach nicht erfüllt werden. Das macht „Traumwege mit Hund“ nicht automatisch zu einem schlechten Buch – ich halte es persönlich für eine sehr gelungene Veröffentlichung – aber über die Eignung der Uckermark für das Wandern mit Hund sagt es erstaunlich wenig aus. Vielleicht will es das auch gar nicht sein, aber Kessen spricht selbst von einem „Ratgeber“ im Vorwort.

Das Buch ist thematisch zweigeteilt. Im ersten Teil stellt Kessen Wanderungen vor, die entweder er mit seinem Hund oder andere Leute mit ihren Hunden in der Uckermark durchgeführt haben. Dazu gibt es viele Photographien von Kessen, die die Landschaft der Uckermark oder die Hunde in ihr zeigen. Vor allem die Bilder der Hunde sind häufig recht witzig. Man sieht den Tieren sofort an, wieviel Spaß sie hier haben. Der Autor gibt hier vor allem seine Eindrücke der Uckermark wieder, die ihn nachhaltig beeindruckt haben muss. Das wird auch anhand der Photos sichtbar, die er zur Illustration des Geschriebenen beigefügt hat.

An Wanderwegen werden vorgestellt:

  • Stübnitzrundweg (Lychen)
  • Der Große Tiergartenweg (Boitzenburg)
  • Schumellensee (Boitzenburg)
  • Flemsdorf

Das ist für einen Landkreis größer als das Saarland schon ein wenig  … übersichtlich. Die Übersichtskarten oder besser -skizzen hätten besser wegfallen sollen. Sie helfen überhaupt nicht. Ich hätte gedacht, dass bei den Touren Einkehrmöglichkeiten erwähnt werden und ob diese hundegerecht sind (Hunde im Gastraum erlaubt, Schlabberbecken etc.). Ebenso wo es Pensionen und Unterkünfte gibt, die Haustiere erlauben. Stattdessen wird eher beschrieben, wie der Hund umhertollt oder welche Schokoladenmanufaktur man besucht hat. Hm …

Im zweiten Teil werden touristische Angebote vorgestellt, die abseits vom Hundewandern interessant erscheinen. Dazu zählen:

  • Mit dem Zigeuernwagen unterwegs (Celine Caravan)
  • Mit dem Kanu das Untere Odertal erkunden (Flusslandschaft Reisen)
  • Auf der Draisine durch die Uckermark (Templin – Fürstenberg)
  • Nationalpark Unteres Odertal

Wahrscheinlich ist das so eine Art Unterstützung für den regionalen Tourismus und von daher recht löblich, aber was dies dem Hundebesitzer bei einer Tourplanung helfen soll, erschließt sich mir nicht. Vor allem der Nationalpark Unteres Odertal dürfte für Wanderungen mit Hund denkbar ungeeignet sein.

Design und Layout

Stilistisch gibt es an dem Buch wenn überhaupt nur wenig auszusetzen. Das quadratische Format ist in Ordnung und die verwendeten Schriften sind klar lesbar und behutsam gesetzt. Etwas mehr Sorgfalt bei der Kenntlichmachung, wo welche Tour aufhört oder der zweite Themenbereich startet wäre wünschenswert gewesen. Über die mangelhafte Umsetzung der Wegeskizzen habe ich bereits geschrieben. Die Photos stammen aus dem Privatbesitz von Günther Kessen und sind oftmals wirklich gut gelungen. Leider gehen die Panoramabilder oftmals über 2 Seiten, so dass der Buchfalz in der Mitte des Bildes störend wirkt. Auch tritt häufig der bekannte Fehler auf, dass der Schwarzanteil in den Bildern beim Druck zunimmt. Sie sind in den Schattenbereichen zu dunkel.

Fazit

Ein schön gestaltetes und von der Thematik sicher nicht uninterssantes Buch, das seinem „Auftrag“ aber nur teilweise gerecht wird. Ein Ratgeber ist es nicht, eher eine Liebeserklärung an die Uckermark. Für Tier- und vor allem Hundefreunde sehr zu empfehlen, ist doch auf jedem zweiten Bild ein Hund in irgendeiner Pose abgebildet. Wer mit Hunden wenig anzufangen weiß und mehr am Wandern an sich interessiert ist, greift lieber zu einem Wanderführer, zumal der Preis von 12,99 € durch die Eigenproduktion zwar gerechtfertigt sein mag, aber dennoch etwas hoch erscheint.

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