VERN e.V. in Greiffenberg – ein Refugium alter Nutzpflanzen

Den Freunden alter Kultur- und Nutzpflanzen ist der VERN e.V. in Greiffenberg längst ein Begriff.

Der 1996 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe unserer alten Nutz- und Kulturpflanzen zu erhalten, zugänglich zu machen und das Wissen über die Anbaumethoden weiterzugeben.

Den Lesern von Reiseziel Uckermark ist der Standort in Greiffenberg als Ausflugsziel unbedingt zu empfehlen. Hier erhalten sie nämlich alte und exotische Pflanzensorten für ihren Garten oder Balkon. Den Nachbarn oder die Verwandten mit blauen Kartoffeln oder fast schwarzen Tomaten beeindrucken? Der VERN gibt Ihnen die Gelegenheit dazu. Nicht zu erwähnen, dass sie damit gleichzeitig zum Erhalt wertvoller Nutzsorten beitragen, die im Einheitswahn unserer industrialisierten Landwirtschaft keine Chance mehr hätten.
Zusätzlich können sie dort an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen (z.B. Tauschbörsen für Saatgut) oder Sie schlendern einfach durch den Schaugarten.

Der Schau- und Lehrgarten

Schaugarten des VERN Greiffenberg

Schaugarten des VERN

Damit nicht alles graue (Samen-)theorie bleibt, gibt es in Greiffenberg einen Schaugarten, dessen Besichtigung für Besucher kostenlos ist.

Das zu DDR Zeiten als Anzuchtstation der örtlichen LPG genutzte Gelände erfüllt im VERN viele Funktionen.

Die in diesem Artikel verwendeten Bilder aus dem VERN wurden freundlicherweise vom selbigen zur Verfügung gestellt.

  • Als erstes residiert hier die Geschäftsstelle des Vereins. Hier erfolgt die Abgabe von Informationen, Durchführung von Beratungen und alle Verwaltungsaufgaben des Vereinslebens.
  • Es beinhaltet dann alle Aktivitäten der Saatgutlagerung und -archivierung (Genbank, Zwischenlager, Aufbereitung)
  • Hier finden auch Kurse und Seminare zur Umweltbildung mit dem Schwerpunkt Kulturpflanzenkunde statt.
  • Und natürlich für die Pflanzenaufzucht und -vermehrung, was wiederum für die Öffentlichkeitsarbeit sowie zu Lehrzwecken geschieht. Aus diesen Pflanzen wird dann auch das Saatgut gewonnen, was bspw. an Privatleute abgegeben wird.

Das Gelände umfasst ca. 4.000 m2, von denen 150 m2 auf 3 unbeheizte Folienhäuser, 1.000 m2 auf Dauerkulturen, 2.000 m2 auf einen Garten mit rotierender Nutzung und etwa 1.000 m2 auf Grünland entfallen. Daneben gibt es noch Werkstattgebäude und Lagerhäuser für das Zuchtmaterial.

Der Erhalt alter Nutzpflanzen

Reisetomate VERN Greiffenberg

„Reisetomate“

Der Verein veröffentlicht jährlich einen Katalog, in dem aufgelistet wird, welche Pflanzen saatguttechnisch vorhanden sind bzw. aufgearbeitet werden.

Aus diesen aufgeführten Beständen können Privatpersonen zu nicht-kommerziellen Zwecken Saatgut erwerben.
In der Regel zahlt man pro Portionstütchen 2 €, wobei noch eine Bearbeitungspauschale von 1 € sowie die Porto- und Versandkosten (je nach Gewicht) hinzukommen.

Saatgut kann online und schriftlich bestellt werden. Da es sich um keinen Webshop handelt, müssen sie vorher im Katalog nachschlagen, wie die Sorten benannt werden.
Wer zu den Geschäftszeiten (siehe Öffnungszeiten Schaugarten) in Greiffenberg ist, kann das Saatgut auch direkt vor Ort abholen und spart sich die Versandkosten.

Tomatensorten aus dem VERN Greiffenberg

Tomatensorten

Die Klassiker im VERN sind dabei alte und exotische Tomaten- sowie Kartoffelarten. Sie werden feststellen, dass die Natur an Geschmack, Farbe und Form weit mehr zu bieten hat, als die ewig gleichen Sorten im Supermarkt.
Weiterhin liegen die Schwerpunkte auf Getreide, Paprika, Kürbis, Ölpflanzen, Industrie- und Handwerkspflanzen (z.B. Weberkarde, Färberpflanzen), Salat, Obst, Kräuter, Wurzel– und Blattgemüse und vielem mehr. Schauen Sie einfach mal rein, das Angebot ist erstaunlich vielfältig.

Öffnungszeiten des Schaugartens

Der Schaugarten des VERN steht den Besuchern im Jahresverlauf zu unterschiedlichen Zeiten zur Besichtigung frei:

ZeitraumMontag bis FreitagSamstag
02.01. - 30.04.10 - 16 Uhr-
02.05. - 12.05.8 - 18 Uhr10 - 16 Uhr
14.05. - 15.09.8 - 16 Uhr10 - 16 Uhr
17.09. - 21.12.10 - 16 Uhr-

Lage und Anfahrt

Greiffenberg liegt etwa 12 Kilometer nördlich von Angermünde und ist mit dem PKW über die A11 gut erreichbar. Von Berlin aus benötigen Sie für die knapp 100 Kilometer etwa eine Stunde.

Mit der stündlich von Berlin verkehrenden Bahn fahren Sie bis Angermünde und steigen dort in einen Überlandbus oder fahren die schöne Strecke per Rad.

Zum Natur- und Erlebniszentrum „Blumberger Mühle“ ist es von hier nur ein Katzensprung.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.