Rezension: „Radkarte Uckermark“

Meine Rezension zur „Radkarte Uckermark“ der bikeline Serie aus dem Esterbauer Verlag. Wer Radwanderungen in der Uckermark plant, sollte hier einmal reinlesen.

Der in Österreich ansässige Esterbauer Verlag hat vor ein paar Jahren mit seiner bikeline Serie für Aufmerksamkeit gesorgt. Vor allem die blauen Radtourenbücher mit dem länglichen Format in Ringblockbindung stachen deutlich aus dem bisherigen Angebot für Radwanderer heraus.

Die vorliegende Radkarte ist im Jahr 2012 erschienen und kostet derzeit 6,90 €.

Ausstattung

Die Karte deckt fast die gesamte Uckermark ab, nur leider wird der Bereich südlich von Angermünde abgeschnitten. Es empfiehlt sich daher, auf die Anschlusskarte Barnim/Schorfheide zurückzugreifen. Das gleiche trifft auf den westlichen Rand der Uckermark zu. Fürstenberg und Lychen sind erst wieder auf dem Anschlußblatt Ruppiner Land dargestellt.

Die Karte liegt im Maßstab von 1:75.000 vor, was wohl der Standard bei bikeline zu sein scheint. Mir persönlich würde ein Maßstab von 1:60.000 oder größer besser gefallen, aber für so ein relativ dünn besiedeltes Gebiet wie die Uckermark ist das ausreichend.

Folgende Radfernwege (die anteilig in der Uckermark verlaufen) sind graphisch gekennzeichnet:

  • Berlin-Usedom
  • Historische Stadtkerne Route 1
  • Oder-Neiße-Radweg
  • Mecklenburgischer Seen-Radweg
  • Tour Brandenburg

Als regionale Routen sind

  • der Brahmer Berge Rundweg
  • die Choriner Tour
  • die Eiszeitroute
  • die Gutsherrentour
  • die Kranichradtour
  • die Museumstour
  • der Spur der Steine Radweg
  • die Schloss- und Kirchentour
  • der Uckermärkische Radrundweg
  • der Wasserburgrundweg
  • und die WindradTour

verzeichnet. Bei dieser Auswahl sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein.

Im wie gewohnt harmonischen Kartenbild werden die verschiedenen Routen, die sich mit dem Fahrrad benutzen lassen abgebildet. Dabei wird die Qualität des Radweges (Belag, Steigung, evtl. Verkehrsaufkommen auf den Straßen) durch eine unterschiedliche Farbe ausgedrückt. Steigungen (Unterteilung: leicht/mittel und stark) auf der Strecke werden mit größer-gleich-Pfeilen ausgedrückt. Zur Ableitung der Steigung auf Strecken könnte man eigentlich auch die Höhenlinien heranziehen – wenn die denn konsequent eingezeichnet wären. Leider sind es nur die 50 und die 100 Meter Isolinie (in hellbraun), die in einem Gebiet wie dem Nordosten Brandenburgs das Relief und die Höhenunterschiede nur ungenügend wiedergeben können. Eine durchgehende Darstellung in zumindest 20 Meter Abstufung würde den Informationsgehalt deutlich erhöhen.

Was mir bei den bikeline Karten immer wieder auffällt, ist die suboptimale Positionierung der Orts- und Geländenamen. Hier würde eine Freistellung der Schriften oder zumindest eine manuelle Positionierung die Lesbarkeit verbessern. Da sind zum Beispiel die sehenswerten Ortskerne, welche in der Karte unterstrichen sind. Die Unterstreichung stößt direkt mit der Unterkante der Buchstaben zusammen und sieht einfach nicht gut aus.

Auf den ausgewiesenen Radstrecken ist die Entfernung zwischen Orten in Kilometern angegeben. Weshalb jetzt noch ein UTM Gitter (2 km Abstand) aufgedruckt ist, bleibt das Geheimnis der Esterbauer Kartographen. Ich bezweifle, dass der durchschnittliche Radler mit diesem Verortungssystem vertraut ist.

Für Radwanderer nützliche Points of Interest wie Touristinfos. Unterkünfte (Pensionen, Herbergen etc.), Campingplätze oder Sehenswürdigkeiten (Museen, Kirchen, Burgen, Ruinen etc.) und vieles mehr werden als Symbole in der Karte dargestellt. Das ist erstmal positiv. Wenn aber schon sogenannte bildhafte Symbole bzw. Piktogramme verwendet werden, sollten sie eine entsprechende Größe aufweisen. Die in dieser Karte sind viel zu klein, um auf Anhieb zu erkennen, was abgebildet ist. Darum geht es eigentlich in einer Karte. Schnell die benötigte Information erfassen.

Die Radkarte ist aus reiß- und vor allem wasserfesten Papier. Die sind also allwettertauglich. Wenn die Radkarte mal etwas Feuchtigkeit abbekommen sollte, einfach abwischen und weiter geht’s. Das ist im Freien schon von Vorteil. Zusätzlich wird die zusammengefaltete Karte von einem Umschlag aus verstärktem Papier geschützt.

Fazit

Abschließend ist festzuhalten, die Karte erfüllt erst einmal ihren Zweck und ist für eine Radtourenplanung in der Uckermark durchaus geeignet. Das Kartenbild ist harmonisch und die Strecken sind gut auszumachen. Radtouren lassen sich also im Vorfeld planen, wobei es da aber schon bessere Lösungen aus dem digitalen Bereich gibt.
Allerdings trüben eine ganze Reihe handwerkliche Fehler den Gesamteindruck und minimieren die Brauchbarkeit der Karte unterwegs.

Für 6,90 € kann man dennoch zugreifen. Die Karte ist gut verarbeitet (dürfte also eine Weile halten) und mit dem Stand 2012 relativ aktuell.

 

2 Replies to “Rezension: „Radkarte Uckermark“”

  1. Katt´n

    Auch sind noch Wege eingezeichnet, die in der Realität nur noch zu erahnen sind und nur mal gerade so zu Fuß beschritten werden könnten (Herrenstein – um den Stiernsee), während andere Wege, die gut befahren werden könnten, gar nicht aufgezeigt sind (Herrenstein – Kronhorst; Haßlebener Siedlung/ Ende – Buchholzer Wald)

    • Lars Mielke

      Das alte Dilemma der Papierveröffentlichung. Papier ist eben geduldig :o)

      Vielleicht einfach solche Punkte sammeln und dem Verlag zur Korrektur einreichen!?

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