Deutscher Mühlentag in der Uckermark 2015

Wie an jedem Pfingstmontag veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde auch am 25.05.2015 wieder ihren Deutschen Mühlentag.

Auch wenn das Angebot in der Uckermark übersichtlich ist, gibt es immer eine Handvoll Mühlenbetreiber, die jedes Jahr ein Angebot auf die Beine stellen und ihre Mühlen der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen.

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Museum Klostermühle Boitzenburg

In der alten Klostermühle von Boitzenburg ist heute ein Mühlenmuseum mit Schaubetrieb eingerichtet.

Die Existenz der Wassermühle am „Strom“ genannten Bach ist seit 1271 urkundlich bezeugt. Als Erstausstattung wurde sie dem Zisterzienser-Nonnenkloster Boitzenburg gestiftet und verrichtete ihre Arbeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Die Standorte anderer Mühlen in Berlin-Brandenburg ersehen Sie aus der Mühlenkarte für Berlin und Brandenburg

Mit der Reformation ging nicht nur das Kloster Boitzenburg sondern auch die Mühle in das Eigentum der Familie von Arnim über.

Die Klostermühle

Klostermühle BoitzenburgSeine heutige Gestalt besitzt das Mühlengebäude seit etwa 1752. Mit dem technischen Fortschritt kamen auch die Umbauten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwa erzeugte die Turbine genügend Elektrizität, um ganz Boitzenburg mit Licht zu versorgen.
Nach der Enteignung der Mühle im Jahr 1945 wurde in ihr noch bis 1959 Mehl gemahlen bzw. bis 1978 Mischfutter hergestellt.
Der letzte Müller, Willi Witte, sorgte durch weitsichtiges und kluges Handeln dafür, dass dieses Beispiel der Mühlentechnik fast komplett als Museum erhalten werden konnte.

Klostermühle BoitzenburgKlostermühle BoitzenburgKlostermühle BoitzenburgSeit 1979 ist der Mühlenkomplex für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Der aktuelle Museumsmüller Hans Benthin führt heute durch die Mühle, erklärt die Maschinen und Geräte, setzt das Mahlwerk in Gang und entführt dabei die Besucher mit seinen Geschichten und Anekdoten in eine Welt zu Uropas Zeiten – als das tägliche Brot noch harte Arbeit bedeutete.

Mühlentag in Boitzenburg

Pfingstmontag findet wird auch in der Klostermühle Boitzenburg traditionell der Mühlentag gefeiert.

Hier wird altes Handwerk, was den täglichen Arbeitsrhythmus über das Jahr hin bestimmte, vorgeführt. Pferde werden beschlagen, Seile gedreht oder tradionell Brot im Steinbackofen gebacken.
Landfrauen aus dem Ort bieten Früchtemischungen und Honig aus heimischer Produktion an und in der angrenzenden Klosterruine wird das Theaterstück „Die Mühlengeister“ aufgeführt.

Antik und Trödelmarkt

Der stets am erste Wochenden im Mai stattfindende Trödelmark läutet die Saison an der Klostermühle ein.

Ab 10 Uhr vormittags wird nach Herzenslust getrödelt. Wer selbst Sachen anbieten möchte, sollte dies telefonisch unter 039889 – 236 vorher anmelden.

Wirtshaus „Zur Klostermühle“ Boitzenburg

Wenn es einen Ort gibt, der die Uckermark symbolisiert wie kein Zweiter, dann ist dies Boitzenburg.
In diesem malerischen Dorf mit seinem prächtigen Schloss, das einst für lange Zeit Stammsitz der Familie von Arnim war, erwartet den Besucher das Wirtshaus „Zur Klostermühle“ gleich neben der alten Klostermühle, die vom Zisterzensiernonnenkloster gegründet und betrieben wurde.

Zur Klostermühle

Zur Klostermühle

Das Wirtshaus wirbt mit seiner kreativen Küche, in der vor allem regionale Zutaten wie Wild und Fisch selbst zubereitet werden.
Außerdem gibt es frischgebackene und selbst hergestellte Waffeln, Kuchen, Eisbecher und einen Apfelpunsch.

Im Lokal selbst finden etwa 70 Personen Platz, im angrenzenden Biergarten noch einmal 60 Gäste. Somit eignet sich das Wirtshaus Zur Klostermühle auch für gemietete Ausflüge und Veranstaltungen aller Art.
Das Wirtshaus bietet von sich aus durchorganisierte und themenbezogene Tagesgruppenreisen an. Näheres dazu erfahren Sie auf der Webseite des Wirtshauses.

Nach oder vor der Einkehr in das Wirtshaus bietet sich auf jeden Fall ein Rundgang durch die alten Klosterruinen, zur Kirche „Sankt Marien auf dem Berge“, zum Boitzenburger Schloss, zum Mühlteich und natürlich zum gleich nebenan liegenden Mühlenmuseum in der ehemaligen Klostermühle an.

Wassermühle Gollmitz

In der Wassermühle Gollmitz im Nordwesten der Uckermark hat der ehemalige Berliner Kai Rogozinski seinen Lebenstraum wahrgemacht und eine alte brandenburgische Mühle vor dem Verfall gerettet.

Hier findet der Besucher seit der Jahrtausendwende eine Mischung aus Unterkunft (Ferienwohnungen), Veranstaltungsort und Schaumühle/-bäckerei in einer sanierten und funktionierenden Wassermühle.

Geschichte der Wassermühle Gollmitz

Wassermühle Gollmitz

Wassermühle Gollmitz

Die Wassermühle in Gollmitz wurde bereits im Mittelalter urkundlich erwähnt.
Im 30jährigen Krieg zerstört, wurde sie auf Betreiben des Großen Kurfürsten wieder aufgebaut.
Ihr heutiges Aussehen verdankt sie wahrscheinlich dem Umbau in den Jahren 1724 – 1745. Altersbestimmungen anhand von Proben aus den Holzbalken weisen auf die Jahre 1724/25 hin.
Bis 1990 wurde hier offiziell der Mühlenbetrieb aufrechterhalten. Nach der Wende blieb die Mühle ungenutzt, bis der aktuelle Inhaber, Kai Rogozinski, ab 2002 die Gebäude grundlegend sanierte und in eine Ferienanlage mit Unterkünften umwandelte.

Einen Bericht des RBB Fernsehens über die Gollmitzer Mühle.

Die Mühlenanlage

Das größte Mühlenrad in Berlin-Brandenburg

Mühlrad Gollmitz

Mühlrad Gollmitz

Im Jahr 1995 wurde ein neues Wasserrad (Zuppinger Rad) eingebaut, welches mit 6 Metern Durchmesser angeblich das größte Mühlenrad nördliich Berlins sein soll!
Bei einem mittelschlächtigen Rad, trifft das Wasser aus einer halbhohen Position auf die Schaufelblätter und treibt das Rad in gegenläufiger Fließrichtung an. Der Nutzungsgrad ist zwar nicht so niedrig wie bei unterschlächtigen Rädern, liegt aber auch nicht in dem günstigen Bereich einer oberschlächtigen Anlage. Mittelschlachtanlagen sind ein Kompromiß und auch eher selten vorzufinden.
Das mittelschlächtige Rad der Gollmitzer Mühle treibt unentwegt einen Generator an, der bis zu 12 KW Strom produziert. Ansonsten werden über das Wasserrad die Mahlanlagen der Mühle betrieben, wie man es bei den Schauvorführungen besichtigen kann.

Fischtreppe

Fischtreppe Gollmitz

Fischtreppe Gollmitz

Bei jeder Wassermühle, die mit aufgestautem Wasser betrieben wird, sind die erschwerten Wanderungsbedingungen der Fische ein großes Problem. Auch in Gollmitz wird das zum Antrieb des Mühlrades benötigte Wasser in einem großen Mühlteich aufgestaut. Noch im Jahr 1992 wurde mit Unterstützung des Landes Brandenburg eine Fischtreppe (Typ: Denilfischpaß) gebaut, die rechts neben dem Mühlrad verläuft. Diese Fischtreppe reduziert den Durchfluß von 1 Kubikmeter in der Sekunde auf etwa ein Drittel und ermöglicht es den Fischen so, den Höhenunterschied von 3,65 m zu überwinden.

Mühlteich

Mühlteich Gollmitz

Mühlteich Gollmitz

Der aufgestaute Mühlteich auf der anderen Seite der Dorfstraße ist in seiner Größe der Mühle angemessen und von Seerosen durchzogen. Ob die Teichanlage auch zur Fischzucht (klassisch: Karpfen) genutzt wird, kann ich so gar nicht sagen.
Die Ufer sind waldbestanden und laden mit ihren Wanderwegen zu einem kleinen Spaziergang ein.

Ferienwohnungen

Ausstattung

In der Gollmitzer Wassermühle gibt es 6 rustikal und gemütliche eingerichtete Ferienwohnungen, die von 2-6 Gästen bezogen werden können. Bei den Ferienwohnungen handelt es sich um ehemalige Wirtschaftsräume der Mühle, was an den Bezeichnungen klar erkennbar ist: Müllerwohnung, Kornkammer, Sackboden, Räucherkammer, Radlerquartier und Dachboden. Die Wohnungen wurden ökologisch saniert (Lehmwände, Hanfdämmung) und alle mit einem Duschbad sowie einer Küche/Küchenzeile ausgestattet.

Für den gemeinschaftlichen Aufenthalt ist das Kaminzimmer (Kamin und Fernseher) vorgesehen, das bei Bedarf aber auch als Ferienwohnung genutzt werden kann. Hier lassen sich auch Seminare oder kleinere Meetings abhalten.

Auch für Camper ist Platz vorhanden, um ein Zelt aufzuschlagen. Hierfür zahlt man pauschal 7 € pro Person und Übernachtung.
Zusätzlich gibt es ein Radlerquartier (2-4 Einzelbetten), das für Durchgangsreisende und Kurzurlauber gedacht ist.

Preise für Übernachtungen

Die Preise starten ab 28€ pro Person und Übernachtung, werden aber günstiger, je länger man bucht (bei 12 Nächten nur noch 18 €). Kinder bis zu einem Alter von 3 Jahren zahlen gar nichts und bis zu einem Alter von 16 Jahren gibt es gestaffelte Preisnachlässe.
Mehr über die Preise der Wassermühle Gollmitz erfahren Sie beim Betreiber.

Aktivitäten und weitere Angebote

Öffentliche Veranstaltungen aus dem Unterhaltungsbereich

In der Wassermühle Gollmitz finden regelmäßig Musikveranstaltungen statt, die gut angenommen werden.
Jeweils am Pfingstmontag, dem traditionellen Termin des Deutschen Mühlentags, hat die Mühle ganztägig mit Musikbühne, Verkaufsständen, Essen und Trinken sowie Führungen durch die Mühle geöffnet.

private Feiern, Seminare, Meetings

Für private Feiern wie Hochzeiten, Jubiläen, Geburtstage, Taufen, Klassentreffen und Vereinsfesten kann der Mühlenraum oder das Kaminzimmer gebucht werden. Sofern gewünscht, übernimmt die Gollmitzer Mühle auch das Catering.
Zusätzlich lassen sich hier auch Projekttreffen, Seminare oder Workshops abhalten. Inwieweit die Mühle hier technisch (Internet, Beamer etc.) ausgestattet ist, kann ich nicht beurteilen.
Der Mühlenraum ist für ca. 60 Gäste ausgelegt, hier also die limitierende Größe.

Kajak Verleih

In der wasserreichen Umgebung von Gollmitz macht Wasserwandern mit dem Kajak erst so richtig Freude. Hierfür können sich die Gäste der Mühle Gollmitz vom Betreiber Kajaks ausleihen und die nordwestliche Uckermark damit erkunden.

Schauvorführungen alter Mühltechnik

Wassermühle Gollmitz

Die technischen Anlangen der Wassermühle sind voll funktionstüchtig. Bei Schauvorführungen (seit 2006) des Mühlenmuseums wird den Gästen die alte Technik im Einsatz vorgeführt und erläutert.
Wer will, kann dabei Mehl mahlen und daraus im hauseigenen Holzofen sein eigenes Brot backen. Anschaulicher kann die Vermittlung alter Handwerksberufe nicht sein.

Impressionen aus der Wasssermühle Gollmitz

Diese Bilder sind während des Deutschen Mühlentags 2013 entstanden.